Seniorentour Nagelfluhkette am Grat
Seniorentour Nagelfluhkette am Grat
DAV Oberstdorf › Bergbegeisterte

Seniorentour über die Nagelfluhkette

6 Uhr aufstehen, blankgeputzter Himmel. 7 Uhr 15 Treffpunkt in Oberstdorf, 30 Teilnehmer, es besteht anscheinend ein großer Bedarf am gemeinsamen Bergerlebnis, meint Eberhard!

Gemütlich schweben wir mit der Bahn zum Mittag hinauf mit einem herrlichen Rundblick auf die Illerauen, den Grünten und die in weiter Ferne schwebende Allgäuer Hochkette. Unterm Mittagkreuz begrüßte uns Manfred Häußler, unser Tourenleiter, mit seiner Frau Vera, die die Tour gemeinsam "vorgewandert" waren. Er setzte uns die Grenzen, die das vorhergesagte "Sonnenfenster" zulassen könnte:

1. Kurze Pausen
2. Beieinander bleiben, trotz Riesenzahl!

In 15 Minuten standen wir unter dem 2. Kreuz, dem Bärenkopf, "mibba ündrm Vieh uf am grüabige Plätzle". Zum Steineberg ging`s rasch voran. Auf der Leiter wurden wir aufgemischt durch eine Jugendgruppe. Kurz darauf standen wir unter dem 3. Kreuz und genossen den Rundumblick, jedoch mit herannahenden Wolken. Brotzeiten erst bei den Teilnehmern, die die Leiter umgangen hatten, dort wurden uns 10 Minuten "gestattet".
Uns begeisterten die Blumen rechts und links vom Gratweg, die Namen schwirrten nur so hin und her, wir waren ja begleitet von Manfred Pudell, der "Sektions-Botanikführer" Er prägte uns die "Blumennamen in Silben getrennt" ein, z.B. Lab kraut, Ver giß mein nicht ...
Helmut von Bischofshausen und Manfred Pudell waren unsere angenehmen Schlusslichter. Sehr wichtig bei so einer Riesenschlange. Denn es galt außer der Leiter auch zwei Kletterpassagen am Drahtseil zu bewältigen, auf dem "Gottesbeton" mit Schmier unter den Sohlen!
Der Nebel kam immer näher, wir erreichten den Stuiben nach weiteren 1 1/2 Stunden und saßen kurz unter dem 4. Gipfelkreuz des Tages. Punkt 13 Uhr begann es zu graupeln und regnen, wir liefen was wir konnten die 200 Hm zur Gundalpe hinab.
Der Stallvorraum nahm unsere Schirme und Anoraks auf und schon saßen wir eng beisammen in der Stube im Dampf, bewirtet von zwei netten, flinken Sennerinnen. Alles schmeckte: Leberkäs, Brätknödelsuppe, Bier, Kaffee und Heidelbeerschmand.

Die Regenpause war leider nach unserer Hütteneinkehr auch schon wieder vorbei. Gut "verkleidet" ging es bei Donner und Blitz über Wege, die zu Bächen wurden, Wurzellöcher zu Seen eine Stunde hinab, wir hatten ja nochmal 800 hm Abstieg vor uns.
Manfred, ein herzliches Vergealts Gott, es war "schön, schön, schön"!

Sibylle Heinze