Klettersteige am Gardasee4
Klettersteige am Gardasee4
Klettersteige am Gardasee3
Klettersteige am Gardasee3
Klettersteige am Gardasee2
Klettersteige am Gardasee2
Klettersteig-Wochenende am Gardasee1
Klettersteig-Wochenende am Gardasee1
DAV Oberstdorf › Aktuelles › Archiv 2015

Klettersteige am Gardasee

Herbstliche Klettersteige am Gardasee

Geplant war eine Klettersteig-Tour in der Brenta. Fünf Interessierte hatten sich auch dafür angemeldet - wenn da nicht das Wetter immer wäre....und das sollte laut Wettervorhersage sehr unbeständig und regnerisch werden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für Klettersteige in der Brenta. Also musste Plan B her- der Gardasee:-))

Wolfgang, der sich - praktischerweise - bis zwei Tage vor seiner Tour noch in Peru aufhielt, schlug den Gardasee als Alternative vor, was auch so angenommen wurde. Jetzt musste erstmal noch so kurzfristig eine Unterkunft für 6 Personen gefunden werden. Alles andere als einfach um diese beliebte Jahreszeit und auch die Kommunikation mit Wolfgang war ja unter diesen Umständen nicht unbedingt perfekt... Alles hätte geklappt, und dann die Absage von zwei Teilnehmern. Na super! Als ob wir´s geahnt hätten, hatten wir erstmal nur zwei Doppelzimmer gebucht. Und dann wurde auch noch ein hochmotivierter, voll Vorfreude steckender Thomas krank. Plötzlich waren wir nur noch zu dritt und die Tour schien fast zu scheitern. Aber Gott sei Dank entschied sich Wolfgang für die Fahrt!!!! Am Donnerstag früh morgens ging es los. Im Gegensatz zu Wolfgang waren Jan und ich noch nie am Gardasee und so waren wir beide absolut gespannt, was uns denn da erwarten würde.
Während der Hinfahrt bei Föhnsturm hofften inständig, dass wir mit der Entscheidung Gardasee richtig liegen. Etwa eine Stunde nördlich vom Gardasee steuerten wir voller Erwartung und Freude den ersten Klettersteig in Burrone Giovanelli an. Tja, und da war es, das unbeständige Wetter. Gerade am Parkplatz angekommen überraschte uns ein Gewitter mit heftigem Regen. Wieder mal musste Plan B her. Für Wolfgang kein Problem. Wir steuerten dann die Rio Sallagoni Schlucht bei Dro an. Es war ein herrlicher Steig, die Vegetation, die kühle, feuchte Luft, die abwechslungsreichen Tritte, Seilbrücken und Wege, immer wieder ganz neue Blicke und Lichteinfälle...
Wir trafen wir am späten Nachmittag in unserem Hotel ein. Positiv überrascht. Italienischer Standard halt, aber in Ordnung. Und das Essen: absolute Spitze!!! Kreativ, lecker, ausreichend, Italienisch vom Feinsten....
Ein heftiges Gewitter am ersten Abend ließ uns schnell in unsere Zimmer verkriechen. Tag 2. Die Ferratarunde am nächsten Tag, die über vier Klettersteige, Via Ferrata Susati, Via Ferrata Foletti, Sentiero die Camminamenti auf zwei Gipfel führte, die durch einen schönen Grat miteinander verbunden sind. Ziel war nach dem Cima Capi, der Cima Rocca (1090m) mit herrlicher Aussicht auf Riva und den See. Sehr beeindruckt haben uns auch die Höhlen, Mauern, Verteidigungswände und Stellungen aus dem ersten Weltkrieg. Man mochte sich gar nicht vorstellen, was wohl damals hier alles passiert ist und was die Menschen hier erleben mussten.Bei mittlerweile sommerlichem Wetter gab es erfrischendes Bad im Gardasse und zum Tagesausklang einen gemütlichen Besuch in einer Bar.
Tag 3. Heute stand ein noch längerer Steig bevor. Der Klettersteig Via dell Amicizia. Weg der Freundschaft. Bei diesem Steig war weniger das Klettern und Steigen im Vordergrund, sondern ein fast nicht enden wollender Weg bis zu den ersten Leiterpassagen. Die ellenlangen und steilen Leiterstellen beeindruckten und faszinierten uns schon sehr. Diese Tour war deshalb auch so genial schön, weil sie direkt von Riva aus startete und uns der Blick auf den See den ganzen Tag begleitete. Auf dem Rückweg kamen wir noch an der Kapelle St. Barbara vorbei und hielten dort kurz inne, sowie auch bei einer Bastion aus dem ersten Weltkrieg, die wir besichtigten.
Unten angekommen gab es abermals ein Bad im Gardasees. Frisch und voll neuem Schwung entschlossen wir uns noch nach Arco zu fahren, um dort einen gemütlichen Cappuccino zu trinken. Im Hotel genossen wir unser leckeres Abendessen und begossen unseren letzten Abend mit einem Fläschchen Rotwein auf dem Zimmer.
Tag 4. Auch auf dem Nachhauseweg stand noch ein kurzer, aber knackiger Klettersteig auf dem Programm. Der Via attrezzata Monte Albano bei Mori. Dieser Klettersteig, der sehr gut saniert wurde, hat mich total begeistert. An einer Felswand entlang, steil, manchmal ganz leicht überhängend senkrecht die Wände hoch zu steigen und dann nur Luft unter den Füßen zu spüren. Das war ein tolles Gefühl. Kraftraubend und gleichzeitig atemberaubend....
Und ob das nicht schon Höhepunkte genug an diesen paar Tagen waren, führte uns der Zufall vor der Heimreise noch in eine schon von außen sehr ansprechende Gelateria mit dem genialsten, leckersten, fruchtigsten, nussigsten, schokoladigsten Eis we ever eat..... Ab diesem Zeitpunkt waren wir uns noch einiger als vorher: wir waren garantiert nicht das letzte Mal hier am Gardasee und diese Eisdiele gehört ab sofort zum Pflichtprogramm!
Danke Wolfgang für diese tollen Tage!